Vergiss die Mythen über Zielerreichung und gehe deinen Weg.

UTE STANGGASSINGER

Als ehemalige Nationalspielerin im Volleyball unterstützt sie heute mit Leidenschaft junge und junggebliebene Talente auf ihrem Weg an die Spitze und macht sie als Mensch ein großes Stück stärker.

Ich stolperte.
Nicht über ein Hindernis.
Nicht über meine Füße.

Ich stolperte über ein Video in YouTube und hörte einem- nehmen wir das Wort Motivationsguru- der gerade in totaler Begeisterung davon sprach, was Du nur tun musst, um jedes deiner Ziele spielend leicht zu erreichen.

Mir wurde ganz schlecht!

Mein Gedanke!

„Hoffentlich merken immer mehr Menschen, dass der Bullshit redet. Vor allem meine Sportler! Die sind jung, voller Ziele! Was hier passiert ist Manipulation. Und das ist genau das, was Sportler nicht brauchen.”

Auch Du nicht. Auch ich nicht.

In diesem Artikel werde ich mit den Märchen rund um Motivation und Ziele setzen und erreichen aufräumen und Dir meine Antworten darauf geben. (ich erhebe keinen Anspruch darauf, dass ich Recht habe, es ist eben nur meine Meinung.) Natürlich zeige ich Dir auch, was Du wirklich tun kannst.

Falls Du Sportler bist, hilft es Dir, wenn Du gut vorbereitest in den Wettkampf gehst. Wie das geht?
Na, ne Menge weißt du schon: Genug schlafen. Gut vorbereiten. Klare Gedanken. Willst Du ein paar Tipps kurz und knackig. Die habe ich in einer pdf zusammengestellt.

So, wie fange ich an?

Mal anders als im Coaching, wo es zuerst immer um das positive geht. Heute dreh ich das um. Zuerst das Schlechte. Das Manipulative.
Das, was in meinen Augen gar nicht geht.

Zielerreichung – die Marktschreier sind unterwegs- Tschakka-Tschakka

Mythos1) Konzentriere Dich einzig und allein auf Dein Ziel und lasse Dich niemals davon abbringen- Tschakka

Klingt ja nicht schlecht, aber wie bitte soll das gehen?
Du läuft wie Hans Guck in die Luft durch die Gegend immer in Gedanken: mein Ziel…., mein Ziel…..keine Zeit….ich muss, ich muss…. Na, prima

Wenn Du Dich total auf Dein Ziel fokussiert, rennst Du mit Scheuklappen durch die Gegend. Diverse Motivationstrainer propagieren aber genau das:
„Bleibe immer fokussiert, Du wirst scheitern, wenn Du Dich ablenken lässt. Du musst immer Dein Ziel vor Augen haben“.

Falls Du jetzt aufschreist: „Es ist doch gut dieser Tunnelblick, voll im Fokus….voll im Flow……“ JAAA- kurzzeitig mag das gut sein, aber Du verlierst den Blick auf die Nebenschauplätze, die genauso wichtig sind.

Ein Beispiel:
Du bist Fußballspieler und schlängelst durch Deine Gegner. Spielst den ersten aus. Spielst den zweiten aus. Wow! Alles läuft! Die Zuschauer toben schon…. und dann……Du hast eine ungünstige Schussposition, schießt trotzdem aufs Tor. Der Torwart hat ihn locker….UND WAS DU ÜBERSEHEN HAST:

Dein Mitspieler stand viel besser. Du hast ihn einfach nicht gesehen. Du warst blind. Im Nebel!

Neben der mentalen Fähigkeit, die Du brauchst um Deine Fokussierung zu steuern, hat dieser Tunnelblick auch Auswirkungen auf Deinen körperlichen Zustand. Deine Pupillen verengen sich, stellen sich scharf. Du siehst nur noch das, was Du ins Visier genommen hast. Das kann durchaus in manchen Situationen – zum Beispiel beim 11 Meter schießen- Sinn machen, aber eben nur kurzzeitig. Auf Dauer führt das zu absolutem Stress und Demotivation.

Wenn Du nachlesen möchtest, wie Du das mit der Wechsel der Fokussierung lernen kannst, könnte der Artikel zur Fokussierung für Dich interessant sein. 

Finde Deinen eigenen Weg und erreiche Dein Ziel.

Mein Tipp: Was Du stattdessen tun kannst

Ein Ziel zu haben ist klasse! Am besten mehrere! Du kennst sicher die Möglichkeiten Ziele zu definieren, wie die SMART Formel?

S wie spezifisch
M wie messbar
A wie attraktiv
R wie realistisch
T wie terminiert.

Es macht durchaus Sinn sich an so einer Formel zu orientieren. (da es aber nicht das Thema dieses Artikels ist, gehe ich nicht weiter darauf ein.)
Eine genauere Erklärung findest du zum Beispiel hier.

http://projektmanagement-manufaktur.de/smart-ziele

Was in der Formel und übrigens auch in allen anderen fehlt, ist das Thema Timing!

Ja, richtig Zielorientierung hat viel mit dem richtigen Timing zu tun.
Wann denkst Du an Dein Ziel, weil es Dich motiviert und wann konzentrierst Du Dich auf den Weg? Auf das, was um Dich rum passiert?

Auf das, was als nächsten Schritt wichtig ist?

Damit Du nicht mit Höchstgeschwindigkeit an Deinem Ziel vorbei rauschst oder nicht erkennst, wenn Du die Richtung, die Strategie mal ändern musst! 

Fazit:

Ein Ziel zu haben ist gut, aber denke nicht permanent daran, sondern bestimme Deine Zielorientierung mit einem guten Timing. Genieße den Weg zu Deinem Ziel und bleibe flexibel für Veränderungen.

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Mythos2) Für Deine Zielerreichung brauchst Du Disziplin, Disziplin und nochmals Disziplin

Warum ich das 3 mal schreibe? Um deutlich zu machen, wie so ein Motivationsguru auf der Bühne seinen Zuhörern das zu schreit.

Weißt du was passiert? Im Saal? Bei den Zuhörern?

Sie nicken. Schauen sich aber dennoch verlegen um. Fühlen sich ertappt!
Erwischt! Und denken:

„Er hat recht. Ich muss endlich diszipliniert sein. Dann kann ich alles schaffen. So wie er, da oben auf der Bühne! Oder den oder die, die ich kenne und so erfolgreich sind.“

Ein Phänomen am Jahresende. Nun wird das Jahr reflektiert, schnell die letzten Plätzchen verputzt, die letzte Zigarette geraucht und dann wird mit viel Disziplin = Vorsatz ins neue Jahr gestartet.

Und dann……die Haltbarkeit solcher Vorsätze? Hm, meist nur ein paar Tage oder Stunden. Wieder nicht geklappt mit der Disziplin.

Auf solchen- wie oben beschriebene Vorträgen- werden bewusst emotionale Bereiche im Gehirn aktiviert, die Dir sagen sollen (oder dem der es annimmt; „ Du bist nicht in Ordnung, wie du bist. Die anderen sind besser. Nur du bist disziplinlos……“ usw.)

Solche Menschen gehen aus so einer Veranstaltung, anfangs motiviert und denken: so, nun bin ich endlich diszipliniert und erreiche endlich meine Ziele. Und peng, nach maximal 72 Stunden ist alles vorbei. Denn wo soll sie denn herkommen, die Disziplin?

Falls Du jetzt innerlich fragst: ….aber ich brauche doch aber Disziplin!

Dann lautet meine Antwort: ja, die brauchst Du. aber sie ist nicht DAS entscheidende Kriterium für deine Zielerreichung. Denn diese sind: 

N

Begeisterung und Leidenschaft

Ohne Begeisterung und ohne Leidenschaft wirst Du Deine Ziele nie erreichen. Punkt

Stell Dir einen Schuhverkäufer vor, der den Laden seines Vaters übernehmen musste. Den das aber total langweilt, denn er hat überhaupt keine Lust, jeden Tag im Schuladen zu stehen und seinen Kunden zu erzählen, wie wunderbar die Schuhe sind, welche Vorteile es dem Kunden bringt, wenn er genau bei ihm diese Schuhe kauft….

Ja der Schuhverkäufer braucht Disziplin, um jeden Tag pünktlich seinen Laden aufzusperren, zu lächeln, so tun, als ob es ihn erfüllt. Aber wird er damit glücklich und ein erfolgreicher Schuhverkäufer? Sicher nicht!

Spinnen wir die Geschichte mal weiter: Der Schuhverkäufer liebt Wasser, angeln, Fische und Natur. Sein Freund fragt ihn, ob er nicht Lust hat, mit ihm gemeinsam einen kleinen Fischladen auf der Fraueninsel im Chiemsee zu übernehmen. Das bedeutet: morgens um 4 mit dem Boot rausfahren, zu fischen….. um 09:00 Uhr den Biergarten öffnen….Leute bewirten, über Fische und die schöne Insel mit den Gästen zu plaudern (die in Scharen auf die Insel kommen)

Vielleicht rümpfst Du jetzt die Nase und denkst, oh Gott: Was für ein Stress…. Aber er, der Schuhverkäufer, alias Fischer ist total BEGEISTERT! Er liebt den Fischgeruch, das morgendliche Bootfahren, das Geplaudere mit den Gästen. Er hat seine Leidenschaft entdeckt und mit seiner Begeisterung kann er Berge versetzen.

 

Fazit:

Ja du brauchst Disziplin, vor allem dann, wenn Du Dinge einfach erledigen musst, aber VIEL wichtiger für die Erreichung Deiner Ziele sind Begeisterung und Leidenschaft.

Halte mal kurz inne und frage Dich: Wofür bist Du begeistert? Wofür brennst Du?

Mythos3) Du musst nur so tun, als ob Dein Ziel schon erreicht hast! (und so was denken wie: “ich bin ein Sieger”)

 

„Ich bin ein Sieger“…. „ Ich bin ein Sieger“…. schreien 500 Menschen im Saal und klopfen sich dabei auf die Brust.. und klatschen sich danach mit dem Nebenmann ab oder fallen sich gleich um den Hals.

Na, super!

Dann sollen sie sich vorstellen, wie es ist, das Ziel schon erreicht zu haben. So richtig darin baden…mit allen Sinnen.
Eigentlich eine gängige Mentaltechnik, die ich als Mentaltrainerin auch anwende, ABER hier gibt es einen entscheidenden Faktor, auf den ich später eingehe.

Was passiert jedoch in Deinem Unterbewusstsein, wenn du so vorgehst, wie in unserem Beispiel?

  • Du stellst Dir vor, du hast Dein Ziel erreicht!
  • Du suhlst Dich in Deinem Erfolg
  • Du nimmst die Glückwünsche entgegen
  • Du lässt Dich feiern!
  • Beantwortest die Fragen auf der Pressekonferenz

Und überhaupt, es ist einfach so genial, so toll….. Freudentaumel pur….

Stopp!! Bevor Du das so machst.… lies weiter…. da fehlt noch was….das funktioniert so nicht

Es gibt interessante Studien dazu, warum dieses totale Reingehen in die Situation und so zu tun, als hättest Du das Ziel bereits erreicht, nicht zielführend ist.

Hier findest Du ein Video von Prof. Richard Wiseman, der über ein Experiment spricht, welches er mit Studenten in der Prüfungsvorbereitung durchgeführt hat. 

Falls Du Dir das nicht anhören willst, hier in aller Kürze mit meinen Worten:

Er hat ein Experiment durchgeführt, in dem er Studenten, die sich auf eine Prüfung vorbereiteten in zwei Gruppen einteilte. Die eine Gruppe sollte sich immer wieder gedanklich in die Situation versetzen, wie es sich anfühlte, die Prüfung bereits bestanden zu haben. Das Besondere daran, sie sollten sich mit allen Sinnen in die Situation begeben. (Das nennt man assoziiert- von innen heraus) Die andere Gruppe dachte zwar auch an die kommende Prüfungssituation, betrachtete sich aber von außen. (dissoziiert) War also nicht gefühlsmäßig in der Situation.

Was glaubst Du, welche Gruppe dann bei der Prüfung erfolgreicher war?

Wenn Du so antwortest, wie die meisten meiner Coachingkunden, denen ich diese Frage gestellt habe: nämlich mit: die Teilnehmer der 1. Gruppe….“ liegst Du leider falsch.

Warum? Weil diese starke „So tun als ob”, Deinem Unterbewusstsein vorgaugelt, ist ja eh alles gut und ich schaff die Prüfung.
Was passiert? Du wirst weniger tun, weniger lernen, weniger Disziplin haben (ja, die Du hier dann auch ab und an brauchst.) 

Was du also tun kannst:

N

Betrachte Dein Ziel immer von außen (dissoziiert), beobachte Dich! Bleibe aber distanziert! Emotionslos!

Hier habe ich das in einem kurzen Video in meiner Serie mentale Impulse mal erläutert.

 

Fazit:

Möchtest Du Deine Zielerreichung mit Mentaltechniken unterstützen, dann betrachte Dein Ziel von außen. Dissoziiert und entdecke die Schlüsselhandlungen, die Dich bei der Zielerreichung unterstützen

Wie du das ganz genau lernst UND wie Du die Schlüsselhandlungen, die entscheidend für die Zielerreichung sind, mit Hilfe von Mentaltechniken steuerst, erfährst Du in einem meiner kostenlosen Webinare. Trag Dich gleich am Ende des Artikel ein, damit du den nächsten Termin nicht verpasst.

Zusammenfassung:

  • Ein Ziel zu haben ist gut, aber denke nicht permanent daran, sondern bestimme Deine Zielorientierung mit einem guten Timing. Genieße den Weg zu Deinem Ziel und bleibe flexibel für Veränderungen.
  • Du brauchst Disziplin, vor allem dann, wenn Du Dinge einfach erledigen musst, aber VIEL wichtiger für die Erreichung Deiner Ziele sind Begeisterung und Leidenschaft.
  • Betrachte Dein Ziel von außen. Dissoziiert und steuere mental (assoziiert) die Schlüsselhandlungen, die Dich bei der Zielerreichung unterstützen

Und glaube nicht den Marktschreiern, die Dir versprechen, dass Du Deine Ziele mit totaler Fokussierung und Disziplin erreichst. Und dazu noch versprechen, dass das alles ganz schnell geht.

Finde Deinen Weg!

Wenn Du der Meinung bist, ich könnte Dir ganz individuell auf Deinem Weg helfen, dann kontaktiere mich gern zu einem Gratis-Kennlerngespräch und stell mir Deine Fragen.

 

Lass uns reden!

Vereinbare doch einfach ein kostenloses Video-Kennenlerngespräch.

 

Bis bald und herzliche Grüße aus dem MentalHouse

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